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Geschosswahl

Fachtext von Hermann Waibel

Ein gutes Geschoss in die Herz-Lungengegend, mit einer Auftreff-geschwindigkeit von 620 m/s bis 850 m/s, wird deformieren und die vitalen Organe zerstören. Die Geschossform hat keinen direkten Einfluss auf die Geschosswirkung, Präzision oder die Tötungswirkung. Wäre das der Fall hätte man nur ein Geschoss und könnte damit jede Wildart zur Strecke bringen. Ein Rundkopfgeschoss welches deformiert und Ausschuss erbringt, ist nicht schlechter als ein stromlinienförmiges Spitzgeschoss. Ein Torpedoheck-Spitzgeschoss hat sicher eine bessere Flugbahn auf weitere Distanzen, als ein Flachkopf oder Rundkopfgeschoss mit gleichem Geschossgewicht. Bei Distanzen über 150 Meter ist ein Spitzgeschoss sicher einem Rundkopfgeschoss überlegen. Im Endeffekt zählt aber nur ein perfekter Treffer und weniger der Geschossaufbau oder die Geschossform.

Die Geschossform ist nicht so wichtig, wie der Geschossaufbau. Die Geschossverträglichkeit aus der eigenen Waffe ist der Grundstein für Erfolg oder Misserfolg. Das beste Geschoss nützt gar nichts, wenn die Waffe eine schlechte Präzision mit diesem Geschoss erbringt. Die Ermittlung der Präzision hat höchste Priorität. Man sollte sich nicht mit der erstbesten Laborierung zufrieden geben, sondern testen welches Geschoss mit welchem Geschossgewicht, die beste Präzision aus seiner Büchse erbringt.

Ein Geschoss sollte hart genug sein, dass es die Haut, die Muskeln und Knochen des bejagten Tieres durchdringen und so die darunterliegenden vitalen Organe ausser Funktion setzen kann. Aber auch weich genug, damit das Geschoss deformiert und so für einen grösstmöglichen Wundkanal sorgt. Während der ganzen Geschichte der Geschossentwicklung war das die konstante Herausforderung – die Balance zwischen „weich“ und „hart“ zu finden. Daher auch die Flut an Geschossen und Geschossgewichten. Moderne Geschosse haben einen Kupfer/Tombakmantel mit einem Bleikern. Die meisten dieser Geschosse sind an der Spitze dünner gehalten als am Geschossboden. So kann einer Totalzerlegung entgegen gewirkt werden. Durch diese Methode kann die Deformation beeinflusst werden und die Pilzung gesteuert. Die Geschosse werden schon seit Jahrzehnten erfolgreich auf Wild eingesetzt. Typische Vertreter dieser Geschossart sind RWS Kegelspitz, RWS TIG, RWS H-Mantel, Geco Teilmantel, Sellier&Bellot SPCE, Hornady Interlock, Speer Grand Slam und Remington Core-Lokt um nur einige zu nennen.  Der Vorteil dieser Geschosse besteht in der relativ günstigen Fabrikation und der guten Wirkung auf unterschiedliche Wildarten im Bereich von 50 bis 200 Meter. Im normalen Geschwindigkeitsbereich sind das exzellente Geschosse für nahezu alles Raub- und Schalenwild. Mit grosser Wahrscheinlichkeit kann mit solchen Geschossen bei Schalenwild von einer schnellen Tötungswirkung (bei Geschosstreffern im vitalen Bereich) ausgegangen werden. Ein weiterer Schritt bei den Geschosskonstruktionen geht in Richtung geteilte Geschosse. Spezialgeschosse mit hoher Durchschlagswahrscheinlichkeit. Der Geschossaufbau ist „H“ förmig ausgelegt. Dem Deformationsteil und dem Ausschussteil. Vertreter dieser Baugruppe findet man beim Nosler Partition, Swift A-Frame, Trophy Bonded Bear Claw, Evolution und dem CDP Geschoss. Spezialgeschosse wie das RWS Doppelkern oder RWS Uni Classic bewegen sich auch im Feld der hochwertigen Spezialgeschosse. Die Fabrikation ist komplexer und teurer. Neu findet man auch immer mehr „gebondete“ Geschosse. Hier wird der Geschosskern mit dem Mantel verschweisst und so eher gewährleistet, dass sich der Kern bei der Deformation nicht vom Mantel trennt. Typische Vertreter dieser Geschossart sind u.a . Sako Hammerhead, Nosler Accu-Bond, Hornady Interbond, Geco Plus.

Immer mehr ins Blickfeld rücken auch die bleifreien Geschosse. Diese Geschosse bieten Vorteile (95% Geschossrestgewicht - dadurch hervorragende Tiefenwirkung und somit Ausschuss) und keinerlei Bleikontamination des Wildbrets. Bleifreie Geschosse brauchen aber mehr Mündungsgeschwindigkeit und so ist unausweichlich das Geschossgewicht zu reduzieren. Bleifreie Geschosse sind länger als gleichschwere, bleihaltige Geschosse, was zu einer Reduktion des Pulverraumes führt. Aber auch hier – oder gerade hier, muss die Präzision der eigenen Waffe überprüft werden. Die Auswahl an bleifreier Munition ist kleiner als bei den verbleiten Geschossen. Eine Wildabstimmung ist daher nur beschränkt möglich. Neben den bleifreien Deformations-geschossen (Barnes TSX, TTSX, Hornady GMX abgelöst durch CX, Hornady ETX abgelöst durch ECX, RWS HIT, Norma EcoStrike, Lapua Naturalis, Sako Powerhead Blade, Sellier&Bellot TXRG, Geco Star, Hasler Bull und Ariette etc.) gibt es auch bleifreie Teilzerlegungsgeschosse (RWS Evo Green, Lehigh Controlled Chaos, Geco Zero, Hasler Hunting etc.). Vielfach wird der Einsatz von bleifreien Geschossen neu auch vom Gesetzgeber bestimmt und dürfte in einigen Jahren unausweichlich werden. Gerade in Deutschland ist in vielen Jagdgebieten die Verwendung von bleifreien Geschossen jetzt schon Pflicht. Wer in solchen Gebieten jagt, sollte unbedingt die nötigen Tests mit unterschiedlichen Patronen vornehmen und dann den Hersteller wählen mit der besten Präzision.  

Abschliessend kann gesagt werden, dass es keine allgemeingültige Empfehlung für Munition oder das zu verwendende Geschoss gibt. Man liegt aber sicher nicht falsch mit einem Standartkaliber und einer Patrone mit der man Schussgruppen um die 3cm auf 100 Meter erreicht. Dabei kann gesagt werden, dass ein „zweitklassiges“ Geschoss mit hervorragender Präzision immer einem „erstklassigen“ Geschoss mit minderwertiger Präzision vor zu ziehen ist.

Wildbret-Hygiene fängt vor dem Schuss an! Nicht alles Neue ist besser, aber wenn man mit dem bis jetzt verwendeten Geschoss nicht zufrieden ist,  wäre es ratsam den Fokus zu erweitern.  

Jagdwaffen und Munition

Fachtext erstellt von Hermann Waibel

Leider gibt es keine einfache Antwort, welche Waffe mit welcher Munition man für die Jagd verwenden soll. Wichtiger ist viel mehr der Umstand, wie präzise man mit den gewählten Waffen/ Munitionskombination trifft. Die Wahl des Waffensystems (Repetierer, Kipplaufbüchse, Kombinierte Kipplaufbüchse, Halbautomat, Unterhebelrepetierer oder Vorderschaftrepetierer) des Kalibers und Geschosses sollte auf den Einsatzzweck abgestimmt sein. Ein Hirsch oder Wildschwein wird einen Gescheidetreffer auch mit einer Magnumpatrone mit einer langen Flucht quittieren, dagegen ein Standartkaliber in der Kammer schnellen Erfolg bringen. Geschossdurchmesser, Geschossgewicht und Geschwindigkeit sind nur zweitrangig. Viel mehr zählt ein präziser Treffer im vitalen, Herz-Lungen-Bereich des beschossenen Tieres. Es ist entscheidend für den Jäger, die Anatomie des Wildes zu kennen und auch die Schussdistanz realistisch abschätzen zu können. Die Disziplin nur zu schiessen, wenn man sich eines tödlichen Treffers sicher sein kann, ist Grundprinzip jeder Jagd. Dabei die eigenen Schiessfähigkeiten (kniend, sitzend, liegend, stehend angestrichen oder stehend frei) trainiert und verinnerlicht hat. Man sollte gewährleisten können, dass man in genannten Schiesspositionen, ständig in der Lage ist, den vitalen Bereich des bejagten Tieres sicher zu treffen. Training nur auf dem Schiessstand unter besten Bedingungen (Sandsack, Dreipunktauflage und beste Schusswinkel) führen nur zu Selbstüberschätzung und helfen auf der Jagd wenig.

Zurück zur Kaliberfrage (Schalenwild). Solange das gewählte Kaliber dem Wild entsprechend ausgewählt wurde und ein hochwertiges Geschoss gebraucht wird, kann der Jäger seine Beute schnell und human mit einem präzisen Treffer erlegen. Zudem helfen die Jagdbehörden bei der Kaliberauswahl mit den gesetzlichen Vorgaben.

Mit Standard-Kalibern, wie 270 Winchester, 308 Winchester, 30.06 Springfield, 7x64, 8x57 IS, 7.5x55 Swiss kann mit der richtigen Patronen/Geschosswahl, jedes in der Schweiz beheimatete Wild erlegt werden. Sollten Sie bereits eine Waffe in einem Kaliber in diesem Kaliberbereich besitzen und in der Lage sein bis auf 200 Meter ein Geschoss in den Herz-Lungenbereich eines Schalenwildes zu platzieren, steht dem Jagderfolg nichts mehr im Weg.

Die ausgewählte Waffe (Waffensystem) sollte ihnen liegen. Viele Jäger glauben, dass nur mit Magnumkalibern Schalenwild erfolgreich erbeutet werden kann. Das ist nicht wahr. Der Rückstoss und Lärm der Magnum Kaliber überfordert viele Nutzer. Es ist sehr schwer sich auf den Schuss zu konzentrieren, wenn das Gehirn die Erfahrungen des letzten schmerzhaften Schusses in Erinnerung  bring und der Körper die schmerzhaften Empfindungen zurückholt. Schlechte Treffer oder gar Fehlschüsse sind die Folge. Man trainiert dann so wenig wie möglich und möchte so die negativen Schusserfahrungen ausblenden. Man vertraut auf die Mehrleistung der Patrone und vergisst, dass nur ein Treffer in den vitalen Bereich zum Erfolg führt. Besser nur ein Magnumkaliber auswählen, wenn man damit gleiche Trefferbilder erzielt, wie mit den Standardkalibern. Viele Jäger wollen unbedingt Magnum-Kaliber einsetzen und wählen daher Hilfsmittel wie Mündungsbremsen, um das rückstossstarke Kaliber unter Kontrolle zu bringen. Mündungsbremsen sind sehr effektiv. Leider kein Licht ohne Schatten. Eine Mündungsbremse verstärkt den Mündungsdruck (muzzle blast) und den Lärm. Wer schon einmal neben einem Schützen mit einem Magnumkaliber (und auch Standartkaliber) und Mündungsbremse geschossen hat, wird sofort das Problem erkennen. Unangenehm dürfte den Zustand am besten treffen. Und wenn nur schon auf dem Schiessstand jeder vom Lärm und der Druckwelle belästigt ist, kann man sich vorstellen, wie die Nebenwirkungen auf der Jagd sind. Liegend schiessen wird zum Erlebnis und auch das Schiessen aus einer geschlossenen Kanzel eher unerfreulich. Man muss schon gut abwägen, ob die Nutzung einer Mündungsbremse sinnvoll ist. Bei Auslandjagden sehen viele Jagdführer die Verwendung von Mündungsbremsen gar nicht gerne oder verweigern sogar deren Nutzung.

Auch Magnumkaliber können schmerzfrei ohne Mündungsbremse genutzt werden. Voraussetzung das Gewicht der Waffe wird erhöht oder ein Mass-Schaft verwendet. Auch die neuen Kunststoff- und Carbonschäfte können bei einer Magnumbüchse zu komfortablem Schussverhalten führen.

Ob Magnum oder Standartkaliber eine  komfortable Büchse hilft massiv bei der Trefferleistung und steigert die Freude mit der Waffe zu schiessen. Für die meisten Jäger wird eine 7x64 oder 30.06 Springfield schon als oberstes Limit, was Rückstoss anbelangt, angesehen. Hier wäre dann ratsam, sich mit Waffen im Kaliber 308 Winchester oder 270 Winchester näher zu befassen.

Ueber den Waffentyp möchte ich mich nicht äussern. Hier sollte jeder seine eigene Vorliebe ausleben. Was für den einen Zucker ist, ist für den Anderen Gift.

Schweizer Schalenwild bewegt sich von Reh bis Hirsch. Grundsätzlich sollte man immer ein Kaliber wählen, dass alle auf der Jagd vorkommenden Schalenwildarten abdeckt. Für die Gebirgsjagd bietet sich sicher ein Kaliber mit gestreckter Flugbahn an, da dort die Distanzen eher Richtung 200 Meter gehen können, als bei der durchschnittlichen Waldjagd.

Für Safari Jäger ergibt sich noch ein anderer Fokus (Grossraubwild) und die Kaliber/Geschosswahl ist noch entscheidender.

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